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Das Mischen von Sport und Politik – Ein gefährlicher Cocktail

Artikel von unserer Autorin Andamany


Derzeit laufen die Olympischen Winterspiele in Beijing, 84 Länder in 15 Disziplinen, entstanden aus sieben Sportarten, treten gegeneinander an. Das Event findet seinen Ursprung im antiken Athen und hatte die ursprüngliche Aufgabe, dem Göttervater Zeus zu ehren, dies brachte Athleten aus ganz Griechenland an denselben Ort, wo sie dieselbe Sprache sprachen und demselben religiösen Glauben nachgingen.

Heutzutage hat sich der Fokus von der Religion auf den Sport selbst verlagert.

Jedoch nichts ist so einfach, wie es scheint.


Events, welche mehrere Länder und Nationen involvieren, können und werden wohl nie ohne Politik und dessen Einfluss stattfinden. Die Faszination des Sports ermöglicht es Regierungen, zwischen den Ländern Wohlwollen zu wecken und den Austausch zwischen den Nationen zu erleichtern. Die Olympischen Spiele waren schon immer ein hervorragender Treffpunkt für Regierungsbeamte und bieten Möglichkeiten, Vertrauen und Loyalität zwischen Ländern aufzubauen, und Regierungen nutzen den Sport, um genau das zu tun. Die Olympiade und ähnliche Veranstaltungen bieten aber auch Gelegenheit für politische Konflikte.

Das Mischen von Sport und Politik hatte im Laufe der Geschichte sowohl positive als auch negative Auswirkungen.


Am 28. April 1967, als die Vereinigten Staaten in Vietnam Krieg führten, verweigerte Muhammed Ali sich, in die Army aufgenommen zu werden, und sagte: „Ich habe keinen Streit mit diesen Vietcong.“ (“I ain’t got no quarrel with those Vietcong.”)

Am 20. Juni 1967 wurde Ali wegen Wehrdienstverweigerung zu fünf Jahren Gefängnis, einer 10.000-Dollar-Geldstrafe und dreijährigem Boxverbot verurteilt.


Um sich wieder in Richtung der Olympiade zu wenden: die Olympischen Sommerspiele 1972 in München. Acht palästinensische Terroristen betreten am 5. September das Olympische Dorf und ermorden zwei Mitglieder des israelischen Olympia-Teams. Neun weitere Israelis wurden als Geiseln gehalten, als die Terroristen über die Freilassung von 200 palästinensischen Gefangenen in Israel verhandelten. Am Ende verstarben die 11 israelischen Athleten und ein deutscher Polizist.


Auch die 2014 WM und die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro sind umgeben von mutmaßlichen Missbräuchen, unter anderem Verletzungen von Menschen- und Kinderrechten. Es kam zu Zwangsräumungen, Polizeigewalt. Schlechte Arbeitsbedingungen beim Bau des Stadiums, des Olympia-Dorfes und der Ausweitung der Infrastruktur in Rio waren ebenfalls prävalente Probleme. Es wird berichtet, dass mindestens 4000 Familien ihre Häuser verloren haben und weitere 3000 bedroht waren, als Folge von Infrastrukturprojekten im Zusammenhang mit der 2014er-Weltmeisterschaft und den darauffolgenden Olympischen Spielen.

Sportveranstaltungen sind oftmals umgeben von politisch bewegten Konflikten, Tragödien, aber auch politisch und menschenrechtlich relevanten Ereignissen und Umständen.


Quellen:

https://www.theguardian.com/world/2015/dec/08/rio-olympics-2016-human-rights-violations-report (13.02.22, 21:27Uhr)


https://www.britannica.com/event/Munich-Massacre (13.02.22, 21:13Uhr)

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