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  • Schülerzeitung

„Ich möchte, dass es uns hier allen gemeinsam gutgeht.“

Updated: Nov 4, 2019

Ein Interview mit unserem neuen Direktor.


Zwar ohne Mikrofon, aber trotzdem mit vielen Fragen an den neuen Schulleiter

Wir von der Schülerzeitung (SZ) haben mit dem neuen Direktor, Herrn Dr. Frings (HF), ein Interview geführt. Da dieses sehr lange war, haben wir hier eine Zusammenfassung für euch:


SZ: An welcher Schule waren Sie vorher?

HF: Ich war auf dem Gutenberg-Gymnasium (in Mainz) MSS-Leiter. Davor war ich in Idar-Oberstein für die Ganztagsschule und die Mittelstufe zuständig.


SZ: Warum wollten Sie zum SMG kommen?

HF: Einmal muss man sich entscheiden, ob man Schulleiter werden möchte oder nicht. Dann gibt es auch nicht immer so viele freie Stellen, die in der Nähe von Mainz-Finthen, meinem Wohnort, sind, da mir das sehr wichtig ist. Außerdem war ich schon mal vor sechs Jahren hier und mir hat das Klima gut gefallen sowie der Standort der Schule, der viele Möglichkeiten bietet. SZ: Wie viele Mitbewerber gab es noch?

HF: Es gab am Anfang drei Bewerber. Einer ist ausgestiegen und dann habe ich die Zusage bekommen.


SZ: Was machen Sie in ihrer Freizeit?

HF: Ich esse gerne und trinke auch manchmal gerne ein gutes Glas Weißwein. Auch wenn man es mir vielleicht nicht ansieht, mache ich gerne Sport. Zum Beispiel Fahrrad fahren oder Badminton spielen. Außerdem gehe ich gerne in die Sauna. Da ich Französisch unterrichte und mir die Sprache auch sehr gefällt, lese ich französische Bücher und schaue französische Filme, so kann ich den Unterricht moderner gestalten.


SZ: Welche Fächer unterrichten Sie und wieso?

HF: Ich unterrichte die Fächer Mathe und Französisch sowie Latein bis zur zehnten Klasse. Mathe und Französisch waren meine Leistungskurse. Sie haben mich so begeistert, dass ich sie später auch studiert habe. Latein habe ich später in einer Weiterbildung dazu genommen. Mein absolutes Lieblingsfach ist Französisch, es hat mir schon immer gefallen.


SZ: Was ist Ihr Lieblingsfilm?

HF: Ich bin nicht so der Kinogänger, wenn, dann bestell‘ ich mir Filme auf französisch. Einer meiner Lieblingsfilme ist „Ziemlich beste Freunde“.


SZ: Was ist Ihre Lieblingsmusik?

HF: Am liebsten höre ich Radio, also viel Charts und Achtziger - eben SWR1 oder SWR3.


SZ: Seit wann sind Sie Lehrer?

HF: 2004 habe ich mein Studium beendet und war danach noch bis 2007 an der Universität tätig. Schließlich war ich in mehreren Schulen, habe aber nie Rheinland-Pfalz verlassen.


SZ: Waren sie eher ein guter oder schlechter Schüler?

HF: Ich war ein guter Schüler, eher sogar ein sehr guter. Es stand immer eine Eins vor dem Komma. Und über einen 1,5er-Abschluss hätte ich mich nicht gefreut.


SZ: Welches war Ihr Lieblingsfach und welches konnten Sie gar nicht leiden?

HF: Französisch war mein absolutes Lieblingsfach, aber Mathe, Latein, Geschichte und Sozialkunde habe ich auch gemocht. Welche Fächer ich aber sofort nach der Zehnten abgewählt habe, waren Biologie und Chemie. Allgemein gilt, dass der Spaß und auch das Interesse an einem Fach stark von der jeweiligen Lehrkraft abhängig ist.


SZ: Was sind Ihre guten und Ihre schlechten Eigenschaften?

HF: Ich habe nur gute, da bin ich eine Ausnahme. Fangen wir doch mit meinen schlechten Eigenschafen an. Ich bin ungeduldig und manche sagen, ich sollte manchmal etwas lockerer sein. Meine guten Eigenschaften sind, dass ich ordentlich und fleißig bin, gut organisieren kann sowie vertrauensvoll und ehrlich bin.


SZ: Haben Sie sich am SMG schon gut eingelebt?

HF: Ja, gigantisch. Die Schulleitungsrunde sowie die Sekretärinnen sind sehr nett zu mir. Die Lehrer lerne ich nach und nach kennen. Ich hoffe, dass ich mich persönlich bis Weihnachten bei allen Klassen vorgestellt habe. Denn das ist mir wichtiger, als nur eine Durchsage zu machen, denn so können mich alle ein bisschen kennen lernen.


SZ: Was für Erwartungen haben Sie an das SMG?

HF: Es ist ein Sammelbecken für Lehrer und Schüler und ich hoffe, dass alle fair, offen und höflich miteinander umgehen, dass wir Konflikte gemeinsam lösen. Lehrer sollten in allen Bereichen Vorbilder sein, wie in Pünktlichkeit und Vorbereitung, und Schüler sollten sich motiviert fühlen, auch pünktlich zu sein und ihre Hausaufgaben zu machen. Ob das eine Erwartung oder ein frommer Wunsch ist!? Ich möchte, dass es uns hier allen gemeinsam gutgeht.


SZ: War Lehrer schon immer Ihr Berufswunsch?

HF: Ja, nur noch höchstens Architektur hätte mich noch interessiert.


SZ: Was sagen Sie zu FFF (Fridays For Future)?

HF: Es gibt ein englisches Sprichwort: „There is always a bigger fish“, das heißt, auch ich habe Chefs, die uns den äußeren Rahmen vorgeben, aber ich denke, eure Generation sollte Einsatz zeigen und sich für ihre Zukunft starkmachen. Es ist eure Zukunft und eure Welt, auf die ihr euer Augenmerk richten solltet. Auch ich esse mal Fleisch oder fliege einmal im Jahr mit dem Flugzeug.

Das ist Anspruch und Wirklichkeit. Aber jeder muss wissen, wie er damit umgeht, und sich hinterfragen und für sich eine Schmerzgrenze stecken.


SZ: Haben Sie eine Familie?

HF: Ich habe keine Kinder und lebe mit meinem Lebenspartner zusammen.


SZ: Unterstützen Sie außerschulische Aktionen, also AGs?

HF: Ich will nicht nur Unterricht nach der Stange und finde außerschulische Aktivitäten sehr wichtig. Aber man muss schauen, dass es nicht zu viele Aktionen sind, weil auch ein normaler Unterricht stattfinden muss. Balance zwischen Außerschulischem und Unterricht sollte eingehalten werden.


SZ: Was sagen Sie zur Thüringenwahl und dem Abschneiden der AfD?

HF: Ich bin nicht begeistert. Ich hoffe, dass viele einfach frustriert von der Politik der etablierten Parteien sind und somit Protestwähler sind. Ich bin interessiert an Geschichte und Politik und sehe, dass wir mit unserer Geschichte aufpassen müssen, und so etwas fängt schon in der Schule an. Ich glaube, dass in Thüringen viele Leute denke, sie leben in einer verlorenen Region, und trotz aller Hilfe geht es nicht voran. Da können wir uns nicht hineinversetzen, denn wir leben in einer tollen Region mit viel Arbeit und Geld. Trotzdem ist das natürlich ein ernstzunehmendes Problem.


SZ: Wir sind eine „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ und so ist es uns auch wichtig, dass, egal woher sie kommen oder welche Religion sie haben oder so, sie eine Chance bekommen, und wir sind uns eben nicht sicher, ob die AfD das auch unterstützt.

HF: Für mich ist noch wichtig, dass wir als Lehrkräfte euch zu mündigen Bürgern erziehen, die in einer Demokratie leben. Und deshalb wollen und können wir euch auch keine Richtung vorgeben. Denn die AfD ist nicht verboten, es ist erlaubt, die AfD zu wählen, auch wenn ich dabei Bauchschmerzen hab‘, aber viele Menschen, die sie wählen, nicht. Man kann nicht alles verbieten, was einem nicht gefällt, aber man muss auch die Demokratie schützen. Das ist ein Test für die Demokratie.


SZ: Was sagen Sie zum Handyverbot?

FH: Ich kenne die Regelung für diese Schule noch nicht. Aber ich bin jetzt nicht der brutalste Hardliner gegen Handys. Ach ich habe es ständig dabei und benutze es für Organisatorisches sowie dazu, mal eine Vokabel nachzuschauen. Ich denke, wir müssen den Spagat zwischen Digitalisierung und Gespräch schaffen. So, wie ihr es auch macht. Ihr schreibt noch traditionelle Artikel, stellt sie aber online. Hier an der Schule habe ich schon von einigen Leuten gehört, dass man sich mal über eine Aktualisierung unterhalten müsste.


SZ: Haben Sie schon Vorstellungen, wie unsere Schule noch grüner werden kann?

HF: Ich sehe, dass hier schon sehr viel getan wird, aber von neuen Projekten habe ich bis jetzt noch keine Vorstellung.


SZ: Wie finden Sie das Café Münster?

HF: Ich war zwar noch nicht dort, aber ich habe bis jetzt nur Gutes darüber gehört.


SZ: Können wir Ihnen noch ein paar Fragen beantworten?

HF: Ich habe viele Fragen, aber mir fällt im Moment keine konkrete ein. Ich möchte erstmal die Leute und die Schule kennenlernen.


Wir danken Herrn Frings für die Zeit, die er sich genommen hat, sowie für die ausführliche Beantwortung unserer Fragen.


Interviewer: Helene, Andamany, Sydney und Jaqueline

Geschrieben und zusammengefasst von Helene

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