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Moria in Flammen - ein Kommentar

Updated: Dec 3, 2020

Ein Feuer hat das Flüchtlingslager Moria verwüstet und die europäische Flüchtlingspolitik gleich mit. Sie hat es nicht besser verdient. Denn was sich seit fünf Jahren auf der griechischen Insel Lesbos abspielt, ohne dass ein Mitglied der EU eingegriffen hätte, ist das Ergebnis maximaler Gleichgültigkeit. Schlechter könnten demokratische Staaten die internationale Flüchtlingsnot nicht regeln. Und so, wie es aussieht, haben Geflüchtete die Schande Moria nun selbst beseitigt.


Wie ein Brandmal liegt auf der Ägäis-Insel offen, was viele Staaten der EU über die Jahre verdrängen wollten oder anderen aufhalsen wollten. 12.600 Leute lebten bis zuletzt im Dreck von Moria mit Gestank, Mülltüten und Perspektivlosigkeit. Das Lager, welches eigentlich nur Platz für 2800 Menschen bot und erst nur als Übergangslösung galt, ist längst ein Ort der Verzweiflung geworden. Diese zeigt sich oftmals bei Frauen und Kindern, interessiert aber scheinbar fast niemanden außerhalb von Griechenland außer ein paar wenigen Helfern. Dies führte auch zum Brand und der Obdachlosigkeit vieler Geflüchteten.

Moria darf nicht wieder aufgebaut werden, neue Konflikte wären gewiss und dies nicht nur für die Geflüchteten. Zu den Opfern der europäischen Schande gehören auch die Griechen. Sie fühlen sich ebenfalls von der EU und der Regierung verraten. Deshalb versuchen auch schon längst neonazistische Bürgerwehren die Probleme selbst zu lösen. Es wird sich zeigen, wie lange das noch gutgeht. Klar ist auf jeden Fall, dass die EU etwas gutzumachen hat.


ein Kommentar unseres Autors Johannes

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