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Mobbing

Updated: Apr 16

Der Artikel stammt von unserer Redakteurin Amelie Trost und wurde um einen Erfahrungsbericht unserer Redakteurin Neele Trost ergänzt.


Mobbing. Jeder von uns kennt diesen Begriff, doch nicht vielen ist klar, wie sehr es einen verletzen kann, dass ein Wort gar nicht reicht, um zu beschrieben, wie grausam es sein kann. Mobbing ist ein ernsthaftes soziales Problem, das in vielen verschiedenen Formen auftreten kann und oft unterschätzt wird und schwere Auswirkungen auf die Betroffenen hat. Und das Schlimme: Mobbing gibt es überall. Es ist in unserer Gesellschaft verankert. Jeder kann ein Opfer werden. Es gibt keine Schule, die dem Ganzen aus dem Weg gehen kann. Vor allem bei den jüngsten Jahrgangsstufen verschärft sich die Situation immer mehr. Kinder werden fertiggemacht, weil sie zum Beispiel keine Markenklamotten tragen oder Fehler machen, und das schon in so frühen Jahren. Man möchte sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn sie älter sind, denn unsere Gesellschaft ist nicht gerade das beste Vorbild. Wir Menschen urteilen viel zu schnell und sind leicht beeinflussbar. In einer Welt, die von Perfektion und Konformität geprägt ist, werden die, die nicht den „Normen“

entsprechen, oft zum Ziel von Kommentaren, die nur so vor Hohn und Spott triefen. Obwohl Einzigartigkeit eine wichtige Eigenschaft ist, die bewahrt werden muss. Mobbing ist nicht nur ein unangenehmer Moment, es passiert über einen längeren Zeitraum und lastet viel zu schwer auf den Schultern und der Seele. Jeder, der schon einmal gemobbt wurde, trägt unsichtbare Narben, die viel tiefer reichen, als es oberflächliche Verletzungen je könnten. Es ist ein permanentes Gefühl der Einsamkeit, Angst und Hoffnungslosigkeit. Schlaflose Nächte sind von Angst und Selbstzweifeln geplagt. Es sind die viel zu vielen Tränen, die im Verborgenen fließen wegen der Angst vor Morgen, Angst vor weiteren Verletzungen und davor, weiter ausgegrenzt zu werden.


Mobbing ist nicht nur ein Problem der Betroffenen, sondern auch ein Problem der ganzen Gesellschaft. Es zeigt die Unfähigkeit, Mitgefühl und Respekt gegenüber Mitmenschen zu zeigen. Egal, ob sie jetzt den „Normen“ entsprechen oder nicht. Es ist ein Spiegel der Unsicherheiten und der Ängste, dessen folgender Frust an anderen ausgelassen wird, anstatt sie einfach anzuerkennen, um sich weiterzuentwickeln.


Es gibt aber dennoch Hoffnung. Wenn wir endlich aufstehen, um zu handeln, statt einfach nur zuzusehen. Denn das macht einen auch schuldig. Durch Empathie, Unterstützung und Solidarität können wir für eine Veränderung sorgen. Es ist wichtig, sich für Akzeptanz und Respekt einzusetzen und endlich die Stimme zu erheben, um sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren, und um die Betroffenen zu unterstützen; ihnen zu zeigen, dass es Leute gibt, die hinter ihnen stehen und sich für sie einsetzen. Es ist an der Zeit, sich als Gesellschaft zusammenzuschließen, um eine Welt zu schaffen, in der sich jeder, wirklich jeder, sicher, respektiert und auch geliebt fühlt, unabhängig von seinem Aussehen, seiner Herkunft oder seinen Interessen und Meinungen. Denn eigentlich sind alle Menschen nur Menschen, die Fehler machen dürfen, weil sie nur so lernen und sich weiterentwickeln können, und die nach Liebe, Anerkennung und Gehör suchen.



Bei den Kindern in den jüngsten Jahrgängen, also bei so circa 10-12-Jährigen, ist es besonders wichtig, ein Bewusstsein zu schaffen, was Mobbing und generell Hass für Auswirkungen haben kann. Denn vor allem in diesem Alter befinden sich Schüler oft in einer sensiblen Phase der Entwicklung. Dass sie mit die wichtigsten Jahre im Corona-Lockdown zu Hause fast ohne soziale Kontakte verbrachten, trägt auch nochmal dazu bei. Sie sind sehr anfällig für negative Einflüsse. Deswegen ist es so wichtig, dass so früh wie möglich Werte wie Empathie, Respekt und Solidarität vermittelt werden. Jeder ist ein Individuum, das respektiert werden sollte. Niemand sollte sich verbiegen müssen. Ein Weg, um dies zu erreichen, ist die Förderung eines positiven Klassenklimas, in dem Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gelebt wird und es sofort Konsequenzen geben muss, wenn jemand diese Harmonie und diesen gegenseitigen Respekt stört. Kleine Gesten der Freundlichkeit können schon einen riesigen Unterschied machen. Zusätzlich kann auch Sport zur Besserung beitragen. Egal, ob in der Schule oder in der Freizeit. Sport ist eine super Möglichkeit, den Kopf freizubekommen, sich stärker zu fühlen und Stress abzubauen. Ein Teamsport fördert und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Als Trainer ist es eine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass niemand ausgeschlossen oder doof angemacht wird. Es ist eine wichtige Aufgabe, dass das Kind einen Weg in die Gemeinschaft findet.

Um Mobbing aktiv zu bekämpfen, ist es notwendig, dass Schüler wissen, dass sie nicht alleine sind. Man sollte sie ermutigen, sich an Vertrauenspersonen zu wenden. Am SMG zum Beispiel sind das die Verbindungslehrer, also Herr Willke, Herr Özkayin und Frau Diefenbach, der Schulseelsorger Herr Brilmayer, aber auch die SamSe, die AGs führen, Aufsichten übernehmen und in Lernzeiten helfen.


Schüler sollten wissen, dass es die Möglichkeit gibt, Unterstützung und Hilfe zu erhalten.

Darüber hinaus ist Aufklärung und Sensibilisierung wichtig, um Mobbing zu bekämpfen. Durch (zum Beispiel) Workshops, Projekte und Gespräche könnten Schüler, aber auch Eltern und Lehrkräfte über das Thema aufgeklärt werden.

Um ein Zusammenleben des Respekts und der Toleranz zu fördern, müssen wir zusammenhalten und uns gemeinsam dafür einsetzen und kämpfen. Mobbing betrifft alle, direkt oder indirekt und es wird Zeit, etwas zu ändern. Beginnen wir jetzt!


Erfahrungsbericht von Neele Trost


Auch ich habe indirekt Erfahrungen mit dem Thema Mobbing gemacht. Ich habe mitbekommen, wie ein Mädchen meines Alters über längere Zeit hinweg gemobbt wurde, weil sie eben anders aussah als die meisten. Das ging so weit, dass sich eine Essstörung entwickelte. Was mich ärgert, ist der fehlende Respekt untereinander. Man wird zum Beispiel mit leeren Flaschen beworfen. Man wird absichtlich angerempelt und geschubst. Es wird Eigentum zerstört. Man wird ständig beleidigt. Es werden Sachen aus dem Schulranzen genommen, ohne zu fragen. Ich könnte noch viel mehr aufzählen…

Das sind natürlich nur Einzelfälle, aber schon ein paar Leute können eine ganze Klassengemeinschaft zerstören.

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